Liebe Geschwister in Ansprung, Grundau, Neusorge, Sorgau und Zöblitz, welchen Auftrag haben wir von Gott für unser Erzgebirge? Kann man da etwas Konkretes sagen? Ich möchte an Jeremia erinnern und den Monatsspruch für Oktober 2020. Viele Zeitgenossen sahen Jeremia als Nestbeschmutzer und Störenfried. Eben erst (597 vor Christus) hatten die Babylonier Jerusalem unterjocht und nicht nur die Königsfamilie mit Gewalt nach Babel verschleppt. Muss ein Mann Gottes jetzt nicht Hoffnung machen und Heimat und Volk mit guten Worten und Taten stärken, aufbauen und motivieren? Vielleicht. Aber Jeremia tut etwas anderes: Er kündigt den Menschen in Jerusalem das baldige und vollständige Ende dieses Rest-Reiches an, was etwa 10 Jahre später eintrat. Und dann schreibt er den verschleppten Juden in der Stadt Babel: Suchet der Stadt (=Babel) Bestes und betet für sie (= für Babel) zum HERRN; denn wenn ihr´s wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. Jeremia 29, 7 „Beten für Babel? Für die Hauptstadt der Feinde? Für König Nebukadnezar, diesen Zerstörer? Für den, der für all das verantwortlich ist?“ Ja: Beten für Babel, für die Stadt, für die Feinde! „Spinnt Jeremia??“ Nein. Vielleicht passt auch Dir manches in diesem Land nicht. Dann lerne von Jeremia, was jetzt zu tun ist: 1. Suchet der Stadt Bestes! Gott hat Dich an diesen Ort, nach „Babel“ gestellt. Vielleicht wärst du gerne woanders, in Deinem „Jerusalem“, dort, wo die Menschen möglicherweise frömmer oder besser sind. Aber so lange Du hier in „Babel“ bist, sollst Du das Gute dieser Stadt, dieser Gesellschaft, dieser Kirchgemeinde suchen und … unterstützen. „Wie soll ich das machen??“ 2. Betet für sie zum HERRN! Selbst wenn Du Dir vielleicht einen anderen König, Bürgermeister, Ministerpräsidenten oder eine andere Kanzlerin wünschst, bete für die zum HERRN, die „Babel“ jetzt leiten. „Warum sollte ich für Menschen und Regierungen beten, die ich vielleicht ablehne??“ Es geht beim Beten nie um politische Bekenntnisse. Aber Dein Gebet für die „Obrigkeit“ wird Dein Herz öffnen. Du wirst sehen, wo Du selbst etwas besser machen kannst und auch besser machen sollst. Und außerdem: 3. denn wenn ihr´s wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. Darum suche das Beste für Deine Stadt! Bete für die Menschen, die Verantwortung in ihr übernommen haben! Und freue Dich über Gottes Segen an dem Ort, an den Gott Dich gestellt hat, sei es in „Babel“, sei es bei uns in Zöblitz und Marienberg! Ihr Pfarrer Wolfram Rohloff