unsere Kirche auf
Liebe Ansprunger, Grundauer, Neusorger, Sorgauer und Zöblitzer, liebe Leser, in eine merkwürdige Geschichte führt uns die Jahreslosung: Ein Vater fleht Jesus an, seinen Sohn zu heilen. Die Jünger Jesu konnten´s nicht. An was leidet der Junge? Anfälle überkommen ihn, sein Leib verkrampft sich, wird starr, der Mund voll Schaum. Schon oft sei der Junge dann in Feuer oder Wasser gestürzt. Der Vater fürchtet um das Leben seines Kindes! Aber Jesus, von dem wir doch wissen, dass er Menschen heilte, der … verwickelt den Vater in ein Gespräch und hilft erst einmal … nicht! Warum heilt er ihn nicht sofort? Kann er es auch nicht? Verzweifelt spricht der Vater zu Jesus (Markus 9, 22-24): „Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“ Jesus aber sprach zu ihm: „Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Sogleich schrie der Vater des Kindes: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Glaube und Unglaube sind Geschwister: Ich glaube an Gott und wünsche mir doch oft, seine Stärke und Macht, seine Taten und Wunder wären in unserer Welt eindeutiger zu sehen... Schließlich heilte Jesus den Jungen, aber seine Jünger fragen später, warum sie nicht helfen konnten. Jesus antwortet: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten. Was heißt Beten? Beten bedeutet nicht, Gott über irgendetwas zu informieren. Gott weiß das doch schon längst. Beten heißt, ehrlich vor Gott zu bekennen: „Ich kann es nicht. Jetzt bist Du dran, Gott.“ Beten heißt, sich seine eigene Hilflosigkeit einzugestehen und alles in Gottes Hand zu legen: „Ich kann es nicht allein! Bitte mach Du was draus!“ Das bedeutet nun aber nicht, dass wir nach dem Beten untätig abwarten könnten, was Gott tue. Es bleibt für uns noch genug zu tun. Also: Bete! Bekenne Gott, was Du nicht tun kannst! Und tu dann in Gottes Namen das, was Dir zu tun bleibt! Ihr Pfarrer Wolfram Rohloff P.S. Unter dem Motto Ich glaube; hilf meinem Unglauben! lade ich Sie sieben Mal vor Ostern zu „Teatime im Pfarrhaus“ ein. Beginn Aschermittwoch 20.00 Uhr, Gespräche über Glauben und Unglauben.