Gedanken von unseren Pfarrer:
unsere Kirche auf
Liebe Ansprunger, Grundauer, Neusorger, Sorgauer und Zöblitzer, liebe Leser, wie wirkt Gott in unserer Zeit? Greift er in unser Leben direkt ein oder eher verdeckt durch andere Faktoren? Oder beobachtet er nur aus der Ferne, was hier „unten“ auf der Erde abläuft, ohne „unsere Kreise“ zu stören? Manchmal wünschte ich mir, Gott würde so unmittelbar reagieren, wie ein Lichtschalter im Zimmer: Ein kurzer Klick genügt und alles ist hell und gut. Wie wirkt Gott? Die Bibel erzählt von Elia aus Tischbe in der Landschaft Gilead. Elia hatte mit Worten für Gott gekämpft und hatte deswegen fliehen müssen. Als er nach drei Jahren nach Israel zurückkehrte, war es ihm zwar vergönnt, Gottes Macht mit einem Wunder am Berg Karmel allen sichtbar zu demonstrieren, aber genutzt hat es Elia nichts. Denn als der sich in seiner Euphorie zur Gewalt gegen seine Gegner hatte hinreißen lassen, musste Elia doch wieder um sein Leben fürchten, floh in die Wüste und wollte dort nur noch eins: … sterben. In diese Situation sprich der Monatsspruch für Juli 2020, 1. Könige 19, 7: Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Wie wirkte Gott in Elias Leben? Gott „zaubert“ Last und Zerschlagenheit nicht einfach weg. Elia hatte schon zuvor viel durchmachen müssen, ehe er in die Wüste geflohen war. Und auch jetzt greift Gott nicht so ein, dass Probleme und Feinde urplötzlich besiegt sind. Nein! Und doch greift Gott ein: Ein Bote Gottes erscheint und gibt dem Verzweifelten Speise und Trank für einen weiten Weg: Vierzig Tage und vierzig Nächte wird Elia bis an den Berg Gottes laufen. Und dort wird sich ihm Gott ganz anders zeigen als gedacht: nicht in einem großen, starken Wind, der die Berge zerriss und Felsen zerbrach, nicht in einem Erdbeben und auch nicht im Feuer, sondern in einem stillen, sanften Saußen, oder, wie es Martin Buber übersetzte: in einer „Stimme verschwebenden Schweigens“ (1. Könige 19, 12). So wirkt Gott in unserer Welt. Er nimmt uns in seinen Dienst, nimmt Nöte nicht einfach weg, sondern spricht durch Boten so zu uns wie einst zu Elia: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und diese Stärkung haben wir nötig, nicht erst jetzt - wo vor einigen Wochen eine bekannte Persönlichkeit meinte, der Kampf gegen die Pandemie werde kein Sprint, sondern eher ein Dauerlauf sein - , sondern oft in unserem Leben. Gott hilft. Gott greift ein. Aber so, dass wir von Gott einbezogen werden und gestärkt, wie Elia einen weiten Weg zu gehen. Mit diesen Worten lade ich Sie ein, sich nicht zu selten im Gottesdienst stärken zu lassen. Gott segne Sie, Ihr Pfarrer Rohloff Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes, für uns alle waren die letzten Wochen herausfordernd und belastend. Noch können wir nicht abschätzen, wie groß die Einschnitte, Veränderungen und deren Aus-wirkungen sein werden, welche uns in Zukunft noch erreichen. Die bisherigen Ein-schränkungen haben uns wohl alle mit ihren Auswirkungen überrascht. Zum einen sind uns durchaus verzichtbare Vorhaben und Gewohnheiten abhandengekommen, aber zum anderen erleben wir auch schmerzliche Verluste. Dabei trifft es die Menschen ganz unterschiedlich. Massive existenzielle Sorgen und Ängste in ma-teriellen aber auch gesundheitlichen Bereichen belasten uns, vor allem aber spüren wir, wie sehr uns die Begegnungen mit anderen Menschen fehlen. Vielleicht bleibt die Erkenntnis, wie sehr wir uns gegenseitig brauchen. Die Beratungsdienste der Diakonie Marienberg haben seit Beginn der Corona-Pandemie trotz der Kontakteinschränkungen hier in unserer Region versucht, die Verbindungen mit hilfesuchenden Menschen aufrecht zu erhalten. Da persönliche Begegnungen nicht möglich waren, wurden - weitestgehend telefonisch - aber auch mit anderen Kommunikationsmedien Beratungen durchgeführt. In besonderen Situationen haben wir Einkäufe erledigt, uns unter Einhaltung von Hygieneregeln im Freien getroffen und im besonderen Einzelfall Konflikt- bzw. Krisengespräche in den Beratungsräumen geführt. Mit verlängerten Ansprechzeiten waren wir für die Menschen da. Trotzdem können diese Maßnahmen den wirklichen Bedarf an Hilfeleistungen nicht decken, da es oft um praktische Alltagsangelegenheiten mit unmittelbaren Unterstützungsleistungen geht. Das zusätzlich eingerichtete ‚Sorgentelefon‘ wurde genutzt und Menschen mit den unterschiedlichsten Fragestellungen konnten beraten werden. Es zeichnet sich ab, dass mit der schrittweisen Öffnung der Einschränkungen auch viele Probleme zutage treten, die in der zurückliegenden Zeit verdrängt und unterdrückt wurden. Wir werden auch weiterhin für alle ein offenes Ohr haben, die unter der u. g. Telefonnummer oder Mailadresse mit uns Kontakt aufnehmen. Wir verstehen unsere Beratungen im genauen Zuhören der persönlichen Geschichte und der gemeinsamen Suche nach Lösungen. Sollten unsere Fachdienste nicht hinreichend helfen können, kooperieren wir mit Partnern, an welche vermittelt werden kann. Bleiben Sie behütet und gesegnet - Ihr Beratungsteam der Diakonie Marienberg Wir sind für Sie erreichbar: Montag von 9.00 - 12.00 Uhr Dienstag von 9.00 - 18.00 Uhr Mittwoch von 9.00 - 12.00 Uhr Donnerstag von 9.00 - 17.00 Uhr Freitag von 9.00 – 12.00 Uhr Tel.: 03735 / 609-200 oder per Mail: beratungsdienste@diakonie-marienberg.deWeitere Informationen unter: www.diakonie-marienberg.de