Gedanken von unseren Pfarrer:
Weihnachtspower Passt das zusammen: Die schöne Advents- und Weihnachtszeit mit ihrem Lichterglanz, ihren DÜften, Heimlichkeiten, Hutznohmden, Mettenschichten, funkelnden Kinder-augen und auf der anderen Seite das Elend, Leid und Entbehrung dieser Welt? Und nun ist auch noch im Monatsvers von Hungrigen, Obdachlosen und Armen die Rede! Ein Kontrastprogramm. Das kann einem ja die ganze schöne Stimmung vermiesen. Schon genug, wenn wir das ganze Jahr von Schreckensmeldungen, Katastrophen, Kriegen, Macht-missbrauch und Elend hören. Wenigstens das Christfest soll ein Fest des Friedens und der Harmonie sein. Das passt nicht zusammen. Wirklich nicht? Ist nicht Jesus, das Kind in der Krippe, selbst arm und hilfsbedÜrftig in diese Welt gekommen? Wir singen doch: „Er kommt aus seines Vaters Scho¿ und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und blo¿ in einem Krippelein, in einem Krippelein“. Oder haben wir das Übersehen vor lauter Weihnachtsfreude und schönen Feierlichkeiten, die alle ihre Berechtigung haben. Na klar dÜrfen wir feiern. Auf jeden Fall darf unsere Freude gro¿ sein. Der Jubel der Christnacht soll uns mitrei¿en. So wie die Hirten und Weisen, die Sterndeuter damals. Die Hirten, die am Rande der Gesellschaft lebten, drau¿en auf den Feldern, fernab der Zivilisation. Allein in Dunkelheit und Kälte. Trostlos und arm, niedergeschlagen und ohne viel Freude. Die Armen, Obdachlosen und nicht die Gutsituierten erfahren es als erstes: “Euch ist heute der Heiland geboren, der Retter“. Und dann die Ungläubigen, die Sterndeuter, Weisen aus dem Morgenland, die Wissen-schaftler damals, die mit ihrem Verstand an die Sache heran gingen und den Gott Israels nicht kannten und von so etwas nicht viel hielten, sondern eher noch vom Aberglauben. Die aber neugierig geworden waren. Irgendetwas besonderes musste passiert sein. Ein König geboren, lasen sie aus den Sternen. Gott kommt auf die Erde durch Jesus. Zu jedem, ob arm oder reich, ob einfacher Mensch oder einer, der besonders klug ist. Das ist Gottes Super-Sonder-Angebot fÜr uns. Er wird Mensch und kommt uns ganz nahe. Reicht uns seine Hand und bietet uns Rettung und Hilfe an. Einzigartig und einmalig. Einfach aus purer Liebe zu seinen Menschen. Sensationell. Einzigartig auch gegenÜber den Religionen dieser Welt. In den Religionen gilt es, irgendwelche frommen Riten und ¼bungen zu leisten, gute Taten zu tun. Dort hei¿t es sich abzumÜhen, alle Regeln peinlich genau einzuhalten, um die Götter und Götzen gnädig zu stimmen und voll Zittern auf das Ende zu warten: „Na hat‘s gereicht, was ich getan habe? Werde ich Gnade finden?“ Ganz anders der wahre Gott, der Gott Israels, der Gott Isaaks und Jakobs: Er liebte uns schon, als wir noch im Leib unserer Mutter waren und keine einzige gute Tat tun konnten. Und er ging noch weiter: Er schickte seinen Sohn, „damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben“ (Johannes 3,16). Einfach so. Ohne Vorleistung. Paulus bekannte, dass es nicht die Angst oder der Schrecken oder sonst etwas ist, sondern „dass Gottes Liebe und GÜte uns zur Umkehr treibt“ (Römer 2,4). Nun sind wir wieder beim Anfang unserer ¼berlegungen angekommen: Ja es passt sehr wohl zusammen, die Aufforderung, den Hungrigen das Brot zu brechen, die Obdachlosen aufzunehmen und die Armen zu kleiden. Wer sich auf Jesu Liebe eingelassen hat, der kann doch gar nicht anders, als diese Liebe weiterzugeben und seiner Freude Über Jesus Ausdruck zu verleihen und fÜr andere da zu sein, zu helfen, wo Not am Mann ist, und hoffentlich darÜber hinaus auch zu sagen, wer oder was der Motor seines Handelns ist. Ohne diese Gotteskraft wÜrde alles bald nur schwer und noch mÜhsamer werden und unsere Kraft am Ende sein. Nutzen wir doch die begonnene Adventszeit mal, unsere Beziehung zum lebendigen Gott anzuschauen und uns bewusst vor Augen zu stellen, was es den lebendigen Gott gekostet hat, uns froh zu machen. Das wirkt lebensverändernd. Pfr. Bernhard Fuß Diakonie Marienberg Liebe Leserinnen und Leser, hätten Sie sich die Situation, in der wir uns heute befinden, vor einem Jahr vorstellen können? Die Corona- Pandemie beeinflusst und verändert unser Leben in fast allen Belangen. Unsere Gespräche, unsere Gedanken und GefÜhle sind davon geprägt - wenn auch in ganz verschiedener Art und Weise. Manchmal hat man den Eindruck, dass Menschen in ganz verschiedenen Welten unterwegs sind. Und vielleicht ist das auch ein ganzes StÜck so, auch wenn wir gemeinsam in der einen Welt unterwegs sind. Auch fÜr uns als Diakonie und fÜr das ganze Gesundheits- und Sozialwesen ist es eine ganz besonders herausfordernde Situation. Wir sind zum einen in gro¿er Sorge um die Gesundheit unserer Patienten, Bewohner und Klienten. Und wir stehen immer wieder in der Herausforderung, die Versorgung, Betreuung und Beratung durchgängig aufrecht erhalten zu mÜssen. An dieser Stelle möchten wir Sie ganz herzlich darum bitten, uns in Ihre FÜrbitte einzuschlie¿en. In aller Unsicherheit steht aber eines fest: Weihnachten ist schon geworden und wir werden durch die Adventszeit hindurch auf dieses Fest zugehen. Wir werden es feiern - wenn auch ganz anders als gewohnt. Und wir werden alles tun, um den Menschen, die unsere Dienste nutzen, deren Leben oft von Krankheit, Schmerzen, Hoffnungslosigkeit und vielen anderen Lasten und Nöten geprägt ist, etwas Freude und Wärme zu schenken. Wir werden zum Beispiel alles versuchen, Besuche in unserem Diakonie-pflegeheim „Hoffnung“ und in der Wohnstätte „LebensbrÜcke“ zu ermöglichen sowie Klienten im Kontaktcafe zu empfangen. In dieser Zeit ist unser aller Kreativität und Einsatz gefragt. Wie können wir einsamen, vielleicht kranken Menschen ohne direkten Kontakt ein Zeichen der Verbundenheit geben? Ein Lied am Fenster, ein handgeschriebener Brief, ein gebastelter Gruß...? Impulsgedanke | 13 Auch wenn Weihnachten in diesem Jahr „anders“ sein wird - das Wesentliche ist gleich: Jesus ist geboren, die Hoffnung für unsere Welt! Dass diese Hoffnung Ihr Leben in dieser Advents- und Weihnachtszeit prägen möge, wÜnschen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie Marienberg. Impulsgedanke zum Monatsspruch Januar Viele sagen: "Wer wird uns Gutes sehen lassen?" HERR, lass leuchten Über uns das Licht deines Antlitzes! Psalm 4,7 „Wer wird uns Gutes sehen lassen?“, fragt der Psalmbeter. Ganz schön pessimistisch am Beginn eines neuen Jahres. Oder ist das gar auch die bange Frage des einen oder der anderen unter uns? Wenn wir zurÜckschauen auf das alte Jahr mit seinen UmbrÜchen? Bisher gings immer höher, weiter, schneller. Stetige Steigerung. Wir waren es gewohnt, immer besser werden zu wollen, fassen gute Vorsätze: altes hinter uns lassen, Fehler ausbügeln, mutiger sein, uns besser um die Familie kÜmmern. Gesundheit und Glück wünschten sich laut Umfragen die meisten Deutschen. Alles also wie immer. Doch das vergangene Jahr mit Corona und seinen Auswirkungen in allen Bereichen während und nach dem Lockdown hat gezeigt, wie trügerisch all das sein kann. Bei vielen Menschen hat diese Zeit viel Verunsicherung hervorgerufen. Manche stellten die Frage, wo Gott in der Pandemie zu finden sei. Das geht in die Richtung unseres Monatsspruches aus Psalm 4,7: „Viele sagen: ‚Wer wird uns Gutes sehen lassen?‘“ Diese Frage stellen wir, wenn alle Hoffnungen, alle eigenen, selbstgemachten Ansichten Über das Leben ins Wanken geraten und sich nicht mehr als tragfähig erweisen. Wenn die Basis unseres Lebens wegbricht, weil man den Arbeitsplatz verliert. Eine Frage, die wir nach den Weihnachtstagen tatsächlich stellen sollten, wenn wir dort keine Antwort darauf gefunden haben. Von wem erwarten wir Gutes für dieses neue Jahr? Auf welches Fundament wollen wir bauen, woher die Kraft und Klarheit für Entscheidungen nehmen? Wenn wir unter „Gutem“ verstehen, dass uns in diesem Jahr Krankheiten, Sorgen, Herausforderungen durch den „lieben Gott“ erspart werden, unterliegen wir falschen Erwartungen. Den „lieben Gott“, den gibt es nicht. Den, der uns alle WÜnsche erfÜllt und 14 | Impulsgedanke uns zu Dienst und Willen steht und nach unserer Pfeife tanzt. Nein aber einen „liebenden Gott“ haben wir. Einen der das Beste fÜr uns und aus uns herausholen will, auch wenn wir das manchmal anders sehen. Einen liebenden himmlischen Vater haben wir, der seinen Kindern nichts Schlechtes will und ihnen doch manchmal Schwierigkeiten zumutet. So wie uns Eltern auch unsere Kinder oft nicht verstehen und anderer Meinung sind. Und doch handeln wir aus Liebe, wenn wir nicht alles zu- und durchgehen lassen. So ist Gott. Und gute Eltern geben ihren Kinder Freiraum und fÜhren sie später an der langen Leine, bis sie selber ihren Weg finden. So ist Gott. Er begleitet uns. Doch die FÜ¿e mÜssen wir selber bewegen. Er geht mit uns mit, warnt uns, ermutigt uns, doch hält er uns auch nicht gleich immer zurÜck, wenn wir bewusst oder unbewusst eigene Wege gehen. David bittet im Psalm um diese Wegweisung, um diese Erleuchtung und seine Nähe. Er will nicht ohne ihn sein Ding durchziehen. „HERR, lass leuchten Über uns das Licht deines Antlitzes!“ Wenn Gott das Licht seines Gesichtes Über uns leuchten lässt, dann hat das Auswirkungen auf unser Leben. Wenn Gott uns und unser Leben ansieht, erkennen wir, wie Er zu uns steht. Sein Wunsch fÜr uns ist, dass seine GÜte und Liebe in unserem Leben Raum gewinnen, um es zu verändern. Alle Ängste und Herausforderungen, aber auch vergangene Schuld, die uns an einem erfÜllten, guten Leben hindern, werden zurecht gerÜckt und vergeben, wo wir sie bekennen. Die Angst, die uns die Kehle zudrÜckte, die Luft zum Atmen nahm, sie weicht. Wir merken, wir stehen nicht mit dem RÜcken zur Wand, weil Er sich zu uns stellt und mitgeht. Gute Vorsätze sind wichtig. Ein Ziel vor den Augen. Umkehr und Neuanfang. Doch was wir auch planen, uns vornehmen und tun, tun wir es vor dem Antlitz Gottes. Vor seinem Blick uns seiner Beurteilung. Auch sollen wir und von Herzen schönes gönnen. Vielleicht eine gute Tasse Tee bei Kerzenschein? Ein Filmabend? Es gibt so viele Dinge, die uns Freude bereiten können. Und dennoch reicht das, was wir uns mal eben so kaufen oder gönnen können nicht immer aus, damit wir uns dauerhaft freuen. An dieser Stelle kommt Gott ins Spiel. König David bekennt einen Vers später „Tiefe Freude hast du mir gegeben. Sie ist viel größer als die Freude derer, die Korn und Wein im Überfluss geerntet haben!“ (Psalm 4,8) Diese Freude können auch wir anzapfen! Pfr. Bernhard Fuß Bleiben Sie behütet und gesegnet - Ihr Beratungsteam der Diakonie Marienberg Wir sind für Sie erreichbar: Montag von 9.00 - 12.00 Uhr Dienstag von 9.00 - 18.00 Uhr Mittwoch von 9.00 - 12.00 Uhr Donnerstag von 9.00 - 17.00 Uhr Freitag von 9.00 – 12.00 Uhr Tel.: 03735 / 609-200 oder per Mail: beratungsdienste@diakonie-marienberg.deWeitere Informationen unter: www.diakonie-marienberg.de