Gedanken von unseren Pfarrer:
unsere Kirche auf
Liebe Ansprunger, Grundauer, Neusorger, Sorgauer und Zöblitzer, es ist eine geradezu geniale Definition: Woran du dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist dein Gott. Egal, ob Du ein überzeugter Christ bist oder ein noch viel „überzeugterer“ Atheist, hast Du einen „Gott“! Der eine hängt sein Herz an Beziehungen, die andere an Weltreisen, wieder ein anderer an Hab und Gut... Beziehungen, Hab und Gut, tolle Reisen gönne ich jedem und wünsche sie mir auch. Solche Dinge sind für sich genommen nichts Schlechtes. Was wäre also schlimm daran, wenn ich mein Herz an sie hängen würde? Weil solche „Götter“ uns bei ernsthaften Problemen im Stich lassen! Die Corona-Epidemie führt zu Angst und Panik, weil dieses Virus jeden treffen kann. Zwar gehöre ich zu keiner Risikogruppe: Ich habe weder Vorerkrankungen noch bin ich besonders „alt“. Aber um ganz konkrete Menschen, um Verwandte, Freunde und Geschwister aus unserer Gemeinde sorge ich mich. Bei ihnen hätte eine Ansteckung wohl lebensgefährliche Folgen! Voller Sorgen frage ich darum (mit Psalm 121, Vers 1): Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Wie unsere Eltern und Großeltern im 20. Jahrhundert lerne ich neu: Bei manchen „Göttern“, an die ich mein Herz hänge, finde ich keine Hilfe! Wo aber dann?? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet schläft nicht. (Psalm 121, Verse 2+3) Allein bei dem Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, habe ich Zuflucht! Ich weiß nicht, wie es in den kommenden Wochen bei uns weiter gehen wird, nicht einmal, wann wir wieder gemeinsam Gottesdienste feiern können, ob ich oder ein anderer aus meiner Familie erkranken wird, ob wir gar um geliebte Menschen werden trauern müssen…, aber ich weiß: Meine Zeit steht in deinen Händen. (Psalm 31, Vers 16a) Egal was kommt, mein Weg steht in Gottes Hand! Egal wohin er mich führt, ein Weg mit Gott hat ein gutes Ende; oft schon „hier“, auf jeden Fall aber „dort“. Darum will ich mein Herz allein an ihn hängen, will ihm vertrauen und werde in diesen Tagen immer zum Mittagsläuten für alle Menschen in meiner Nähe beten: Vater im Himmel, ich bitte weder um Gesundheit noch Krankheit, weder um Leben noch um Tod, sondern darum, dass Du über meine Gesundheit und meine Krankheit, über mein Leben und meinen Tod verfügst zu deiner Ehre und zu meinem Heil. Du allein weißt, was gut für mich ist. Du allein bist der Herr, tue, was du willst. Gib mir, nimm mir, aber mache meinen Willen dem deinen gleich. Amen. (ein Gebet aus unserem Gesangbuch, Nummer 930) Ihr Pfarrer Wolfram Rohloff