Gedanken von unseren Pfarrer:
Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. Hebräer 13,2 Ende Juni sind die großen Ferien da und viele von uns werden sich mit ihren Familien auf eine lang ersehnte Reise machen, sei nach Italien, Griechenland, Frankreich oder … in mein Lieblingsland Rumänien. Viele schwärmen von der Gastfreundschaft, die sie in ihren Urlaubsländern erlebt haben: Tatsächlich wäre es z.B. in Rumänien nicht ungewöhnlich, von wildfremden Leuten eingeladen zu werden, ja bei ihnen übernachten zu können! Können das Gäste und Fremde auch bei uns sagen? In der Bibel hat Gastfreundschaft, Fremden gegenüber, einen sehr hohen Rang. Jesus sagt in der Bergpredigt (Matthäus 5, 47): Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?“ Auch in vielen anderen Religionen und Kulturen gilt das Verhalten einem Fremden gegenüber als Maßstab der Menschlichkeit. Die alten Griechen erzählten sich z.B., ihre Götter würden ab und zu in Menschengestalt als Bettler erscheinen, um zu sehen, ob die Menschen menschlich wären. Ich denke, das meint im Alten Testament der Prediger (Kapitel 3, Vers 11) mit den Worten: „auch hat er (= Gott)  die Ewigkeit in ihr Herz gelegt“, oder Paulus bei seiner Rede in Athen vor den heidnischen Griechen (Apostel- geschichte 17, ab Vers 16): In manchen Dingen ahnen Menschen, die Gott nicht kennen, Gott und befolgen seine Gebote ohne es zu wissen. Die Städte Sodom und Gomorra hingegen wurden nicht zuletzt deshalb zum Inbegriff der Gottlosigkeit, weil sie das Gastrecht der Fremden mit Füßen traten: Man lese nur im 1. Buch Mose, Kapitel 19 nach, was die Bewohner Sodoms mit Lots Gästen vorhatten, wie sie Lot in seiner Not zu beschwichtigen suchte, und was das für ein Ende nahm… Aber es müssen nicht einmal Engel zu Gast sein. Denn Jesus selbst identifiziert sich mit den Fremden. Im Gleichnis vom Weltgericht (Matthäus, Kapitel 25 ab Vers 31) spricht der Richter zu den vor Gottes Thron versammelten Völkern: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Vers 40) bzw. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.“ (Vers 45) Vergesst also die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.  Hebräer 13,2 Ihnen allen eine gesegnete Sommerzeit, Ihr Pfarrer Vor ein paar Jahren besuchte uns in Zöblitz Pfarrer Matei Ibak aus Papua Neuguinea. Er lebt und arbeitet auf Karkar, einer Vulkaninsel im Südpazifik. Wir, Familie Rohloff, haben in in diesem Jahr (2018) auf Karkar besuchen können. Matei Ibak erzählte uns, dass der geplante Unterwasserbergbau (englisch: seabed mining) wie ein Damoklesschwert über den Bewohnern der Küste hänge:   Dieser geplante Unterwasserbergbau wäre das erste Projekt dieser Art weltweit. Es ist ein Versuchsprojekt mit unbekanntem Ausgang für die Menschen in Papua Neuguinea. Die Regierung Papua Neuguineas unterstützt dieses Projekt zur Zeit, in der Hoffnung auf eine Entwicklung der einheimischen Wirtschaft.   Der Unterwasserbergbau würde nicht nur das Ökosystem des Südpazifiks mit seinen Korallenriffen gefährden, sondern stellt auch eine ganz konkrete Gefahr für das Leben vieler Menschen dar, da unter Wasser direkt in den vulkanisch aktiven, instabilen Zonen des so genannten “Pazifischen Feuergürtels” geschürft werden soll und es in der Folge zu See- und Erdbeben, Vulkanausbrüchen und weiteren Katastrophen kommen könnte. Aus diesen Gründen haben sich die beiden großen Kirchen Papua Neuguineas, die Evangelisch – Lutherische und Römisch-Katholische Kirche Papua Neuguineas, sowie viele weitere Organisationen in und außerhalb dieses Landes klar gegen dieses Projekt ausgesprochen, ebenso die Bewohner der Inseln und angrenzenden Küstengebiete. Einer von ihnen und zugleich Sprecher der Evangelisch – Lutherische Kirche Papua Neuguineas für dieses Thema ist Pfarrer Matei Ibak. Wer sich über ihn und die Arbeit der “Solwara Warriors” (zu deutsch: Kämpfer für das Meer) informieren will, findet unter den folgenden Internetseiten weitere Informationen:   https://www.facebook.com/matei.ibak.7   und https://www.facebook.com/karkarisland/   Wolfram Rohloff